EPR-Nummer bei Amazon hinterlegen: So vermeiden Sie die Listing-Sperre

Versandlager (Bild KI-generiert)

Amazon ist gesetzlich verpflichtet zu kontrollieren, ob seine Verkäufer die Herstellerverantwortung erfüllen. Fehlt der Nachweis, werden Angebote entfernt — nicht als Drohung, sondern automatisiert. Hier steht, wo Sie Ihre Nummern eintragen und was passiert, wenn die Registrierung noch läuft.

Wo Sie die Nummern eintragen

Im Seller Central gibt es ein eigenes EPR-Compliance-Portal. Dort hinterlegen Sie je Land und je Produktkategorie Ihre Registrierungsnummern — etwa die LUCID-Nummer für Deutschland oder die IDU-Nummer für Frankreich. Amazon validiert die Angaben anschließend gegen die amtlichen Register; das dauert in der Regel 48 bis 72 Stunden.

Welche Kategorien Amazon prüft

  • Verpackung — betrifft jeden Versender, ohne Ausnahme
  • Elektro- und Elektronikgeräte (WEEE) — alles mit Stecker, Kabel oder Akku
  • Batterien — auch fest verbaute Akkus
  • In Frankreich zusätzlich: Textilien, Möbel, Spielzeug, Druckerzeugnisse, Sportartikel und weitere Kategorien mit je eigener IDU-Nummer

Der Notausgang ist geschlossen

Jahrelang konnten Händler Amazons „Pay-on-Behalf"-Service nutzen: Amazon zahlte die Öko-Beiträge und rechnete sie ab. Seit dem 12. August 2026 gilt das nicht mehr als Compliance-Nachweis. Wer sich darauf verlassen hat, steht jetzt ohne gültige Registrierung da — und riskiert die Sperrung.

Was tun, wenn die Registrierung noch läuft?

In vielen Ländern dauert es vier bis acht Wochen von der Anmeldung bis zur gültigen Nummer. In dieser Zeit hilft eine saubere Dokumentation: Bestätigungsmails der Behörde oder des Rücknahmesystems, Vertragsunterlagen mit dem Éco-Organisme, Zahlungsbelege. Damit lässt sich gegenüber dem Marktplatz belegen, dass das Verfahren läuft — was in vielen Fällen eine Sperrung abwendet. In unseren Länder-Dossiers steht je Land, welche Dokumente dafür taugen.

Nicht nur Amazon prüft

eBay verlangt die Nummern in den Kontoeinstellungen, OTTO Market und Kaufland prüfen bereits beim Onboarding — bei Kaufland zusätzlich in jährlichen Audits. Etsy fordert die Nummern in den Shop-Einstellungen, auch von Kleinstverkäufern. Wer auf mehreren Plattformen verkauft, muss die Nummern überall pflegen.


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Fachinformation, keine Rechtsberatung.