EPR Österreich: EDM-Registrierung beantragen — Pflichten, Kosten und Fristen

Packlotse-Lkw an der Grenze nach Österreich (Bild KI-generiert)

Österreich verlangt von ausländischen Versandhändlern schon seit Anfang 2023 einen Bevollmächtigten — lange vor der EU-weiten Harmonisierung.

Wer betroffen ist

Die Pflicht entsteht mit der ersten Sendung an einen Privatkunden in Österreich. Es kommt weder auf den Firmensitz an noch darauf, ob Sie zehn oder zehntausend Pakete im Jahr verschicken. Anders als bei der Umsatzsteuer gibt es keine Schwelle, unter der Sie außen vor bleiben.

Die Eckdaten auf einen Blick

Register EDM / VKS
Bevollmächtigter Bevollmächtigter erforderlich
Dauer bis zur Nummer 2 – 4 Wochen bis zur Nummer
Kennzeichnung keine nationale Kennzeichnungspflicht

Wie die Rücknahme in Österreich organisiert ist

Österreich hat einen Markt mit mehreren Anbietern: Altstoff Recycling Austria AG (ARA), Austria Glas Recycling GmbH (AGR) und Reclay Systems GmbH teilen sich die Rücknahme. Für Sie heißt das, dass Sie sich entscheiden müssen — die Systeme unterscheiden sich in Tarifen, Meldeaufwand und darin, wie gut sie mit ausländischen Händlern umgehen können.

Was auf Sie zukommt

Am Anfang steht die Anmeldung bei EDM / VKS, dann folgt der Systembeitritt, danach die laufende Mengenmeldung. Jeder Schritt setzt den vorherigen voraus, und jeder verlangt Angaben, die Sie vorher zusammensuchen müssen.

Entscheidend für Sie: Ohne Sitz in Österreich können Sie das nicht allein erledigen. Ein Bevollmächtigter vor Ort muss beauftragt sein, bevor die Registrierung überhaupt startet — und genau daran scheitern die meisten Zeitpläne.

Womit Sie rechnen müssen

Bezahlt wird für das, was tatsächlich in den Verkehr geht: Materialart mal Gewicht. Recycelbare Monomaterialien sind billig, schwer trennbare Verbunde teuer.

Landesspezifisch wichtig: Österreich arbeitet mit einem Mindestbeitrag — unterhalb einer bestimmten Menge zahlen Sie also mehr, als Ihr Volumen rechnerisch ergäbe. Für Kleinversender ist das der wichtigste Kostenfaktor überhaupt; für kleine Mengen gibt es ein vereinfachtes Verfahren mit Pauschalbetrag, das den Meldeaufwand deutlich senkt — wenn man weiß, dass es existiert und wo man es beantragt.

Welche Beträge derzeit gelten, steht mit Quellenangabe im Dossier Österreich. Die Systeme passen ihre Tarife jedes Jahr an, teils unterjährig.

Worauf Sie besonders achten sollten

Für Kleinabgeber gibt es Pauschaltarife: Wer unter 1.500 Kilogramm im Jahr bleibt, zahlt bei der ARA eine feste Jahresgebühr statt mengenabhängiger Entgelte.

Zeit einkalkulieren: 2 – 4 Wochen bis zur Nummer — so lange dauert es üblicherweise. Seit dem 12. August 2026 kontrollieren die Marktplätze verpflichtend und sperren ohne Vorwarnung.

Und der Punkt, an dem viele Geld verbrennen: Die Registrierung müssen Sie ohnehin selbst vornehmen. EPR-Nummern sind personengebunden und nicht übertragbar — kein Dienstleister kann sie für Sie beantragen und Ihnen anschließend überlassen. Was Sie brauchen, ist keine Vertretung, sondern eine verlässliche Anleitung.

Weitere Register neben der Verpackung

Führen Sie Elektrogeräte oder Batterien im Sortiment, kommen in Österreich zusätzliche Registrierungen dazu. Sie laufen getrennt von der Verpackung und werden gern übersehen, bis der Marktplatz danach fragt.


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Stand: August 2026. Fachinformation nach bestem Wissen recherchiert, keine Rechtsberatung.